Biogas Ronnenberg

 Auf dieser Seite befinden sich Artikel, die sich auf Veröffentlichungen im Zusammenhang mit unserer Biogasanlage und der Biogasaufbereitung beziehen. Für den Inhalt dieser Presseartikel sind ausschließlich deren Verfasser zuständig und nicht die BiRo.

Calenberger Zeitung 28.7.11

Calenberger Zeitung 12.1.2011

Land und Forst 30.12.10

HAZ: 23.11.20  Ressort: Wirtschaft

Partnerschaftlich positive Energie erzeugen

Hannover, den 28. November 2008

Landwirte aus Ronnenberg und Stadtwerke Hannover sind
„biogaspartner“ 2008

Vorbildhafte Anlagen zur Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz wurden im Rahmen des von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) organisierten Projektes „biogaspartner“ in Berlin ausgezeichnet. Als „Biogaspartnerschaft des Jahres 2008“ wurde das Projekt der Biogas Ronnenberg GmbH (BiRo) und der Stadtwerke Hannover AG geehrt. Der BiRo-Landwirt Heinrich Möller (jun.) und Frank Dollmann, Mitarbeiter der Abteilung Energiewirtschaft der Stadtwerke Hannover AG, nahmen am 26. November 2008 persönlich die Auszeichnung entgegen. „Wir wünschen uns, dass diese Ehrung weitere Landwirte in der Region Hannover für diese Art der Zusammenarbeit begeistert“, sagte Dollmann zur Preisverleihung. 

„Die Gewinner überzeugen mit innovativen und vorbildhaften Konzepten, die zeigen wie im kleinen und großen Maßstab die effiziente Integration von Biomasse in unser Energiesystem gestaltet werden kann“, betonte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler anlässlich der Preisverleihung im Rahmen der dena-Konferenz „Biogaseinspeisung 2009“. „Bioerdgas ist ein zentraler Bestandteil im künftigen Energiemix in Deutschland“, betonte Kohler. Nach dem Willen der Bundesregierung soll eine Biogasmenge von 60 Milliarden Kilowattstunden (kWh) bis 2020 für die Einspeisung bereit gestellt werden. Dazu müssen nach Schätzungen der dena in den nächsten zwölf Jahren 1.200 bis 1.800 Biogasanlagen mit Anbindung an das Erdgasnetz deutschlandweit gebaut werden. 

Die Biogasanlage in Ronnenberg bei Hannover wurde im März 2008 errichtet und besitzt eine jährliche Einspeisekapazität von 28 Millionen kWh. Betreiber sind fünf Landwirte, die mit der Stadtwerke Hannover AG zusammenarbeiten. Die Stadtwerke investierten in die örtliche Aufbereitungsanlage. Außerdem übernehmen sie die Verwertung des zu Erdgasqualität aufbereiteten Biogases aus dem Erdgasnetz. Die Anlage zeichnet sich durch ein vorbildliches Zusammenspiel von Land- und Energiewirtschaft bei der Nutzung von Biomasse aus. Zudem wurden Gemeinde und Region frühzeitig in das Projekt eingebunden. Deshalb sieht die dena-Jury dieses Projekt als vorbildhaft für die Planung, den Bau und den Betrieb von Bioerdgasanlagen in ganz Deutschland an. 

Weitere Sonderpreise für industrielle Anlagentechnik und moderne Anbaukonzepte sowie Pionierarbeit bei der Marktentwicklung gingen an die Bioerdgas Schwandorf GmbH und die Aufwind Schmack GmbH Erneuerbare Energien. Weitere Infos zum Wettbewerb unter: www.biogaspartner.de

 

Calenberger Zeitung 29.3.2008

 

 Preisverleihung Rhönschaf 29.6.2007 

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   enercity Pressemitteilung 23.5.07

    

Biogas in Erdgas-Netzen

Kooperation zwischen Landwirten und GVU - Erste Biogaseinspeisung Norddeutschlands

Die Stadtwerke Hannover gehen neue Wege: In Ronnenberg bei Hannover übernimmt enercity Biogas, dass Landwirte in Eigenregie erzeugen, um es dann auf Erdgasqualität aufzubereiten und ins eigene Netz einzuspeisen. Es ist das erste Projekt in Deutschland, bei dem diese Art der Arbeitsteilung umgesetzt wird, berichteten die Stadtwerke Hannover beim offiziellen ersten Spatenstich Ende Mai. Zugleich ist es die erste Biogaseinspeisung in ein Erdgasnetz in Norddeutschland.

Ein eher zufälliger Kontakt führte zu der innovativen Lösung. Denn ursprünglich dachten die Landwirte im Raum Ronnenberg über die klassische Anlagenkonfiguration nach - Biogaserzeugung und anschließende Stromerzeugung mit EEG-Vergütung, wenn möglich sollte die Wärme in ein Nahwärmenetz eingespeist werden. Doch nach einem Kontakt mit Vertretern der Stadtwerke Hannover auf einer Informationsveranstaltung war die Idee geboren, das Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen.

Zum offiziellen ersten Spatenstich vor geladenen Gästen präsentierten die beiden Partner jetzt die besondere Form der Zusammenarbeit: Die Landwirte erzeugen Biogas aus Maissilage und verkaufen es den Stadtwerken Hannover. Diese bereiten es auf, speisen es ins eigene Netz ein und vermarkten das Bio-Erdgas bilanziell an enercity-Kunden, die damit Blockheizkraftwerke betreiben. Somit liegt die Produktion vom Anbau des Mais auf den eigenen Feldern bis zum Biogas in der Verantwortung der Landwirte. Hierzu gründeten die fünf beteiligten Höfe die BiRo GmbH. Die Stadtwerke Hannover übernehmen die Konditionierung, die Verteilung und den Vertrieb des Bio-Erdgases - müssen sich um die Verfügbarkeit der notwendigen Biomasse also nicht kümmern.

Die fünf landwirtschaftlichen Betriebe bauen den Mais auf rund 300 Hektar an. Insgesamt verfügen sie mit 750 Hektar über mehr als die doppelte Ackerfläche und haben ihren Sitz in einem Umkreis von vier Kilometern rund um den Standort der Biogasanlage. Insgesamt zwei Millionen Euro wird die BiRo in die Anlage einschließlich der Lagersilos investieren. Der Ertrag soll bei 600 m³ Roh-Biogas pro Jahr liegen.

Aufbereitung mit organischer Waschflüssigkeit

Der Biogas-Liefervertrag zwischen BiRo und den Stadtwerken Hannover hat eine Lieferzeit von 20 Jahren. Bei der Aufbereitung fiel die Wahl der Stadtwerke Hannover nach einer europaweiten Ausschreibung auf einen Biogasverstärker der Haase Energietechnik AG. Das Unternehmen aus Neumünster lieferte bereits die Aufbereitungsanlage für die bislang einzige Biogastankstelle in Jameln. Dort hat die Anlagentechnik bereits über circa 8.000 Betriebsstunden die Praxistauglichkeit und eine sehr hohe Verfügbarkeit nachweisen können. Haase setzt als Waschflüssigkeit einen Polyglykolether ein, der nahezu unbegrenzt aufbereitet und wieder verwendet werden kann. Hierdurch ist - im Gegensatz zu der Druckwasserwäsche - kein Abwasseranschluss notwendig. Da die Biogasanlage auf freiem Feld steht, ist dies ein wichtiger Betriebs- und Kostenvorteil. Nach Überzeugung der Stadtwerke Hannover konnte Haase außerdem den Methanschlupf wesentlich auf unter zwei Prozent verringern und somit einen Nachteil der bisherigen Waschverfahren minimieren. „Wir haben wirtschaftliche, technische, ökologische und sicherheitstechnische Aspekte bewertet - das gewählte Verfahren stellt aus unserer Sicht unter den gegebenen Rahmenbedingungen das Optimum dar“, begründet Frank Ramthun, der bei den Stadtwerken Hannover das Projekt begleitet, die Wahl. Auch die Kapazitäten der Hersteller habe das Verfahren beeinflusst. „Der Markt für Aufbereitungsanlagen ist in Bewegung, man merkt deutlich die anziehende Nachfrage“, berichtet er weiter. Insgesamt werden die Stadtwerke Hannover in die Aufbereitungsanlagen, die Bio-Erdgas-Transportleitung und Einspeisetechnik zwei Millionen Euro investieren müssen.

Bevor das Biogas über eine gut zwei Kilometer lange Leitung (DN80) ins Mitteldrucknetz der Stadtwerke Hannover eingespeist wird, muss es entsprechend der Gas-Qualität im Versorgungsnetz aufbereitet werden. Mit der Wäsche werden in einem Schritt CO2, H2S und Wasserdampf aus dem Gas entfernt. Das aufbereitete Bio-Erdgas enthält mindestens 96 Prozent Methan und erreicht damit den Brennwert des L-Gases im Netz. „Im Gegensatz zu der Biogas-Tankstelle in Jameln müssen wir jedoch das Bio-Erdgas in Ronnenberg mit der Aufbereitung ständig an die Gasqualität des im Netz befindlichen Erdgases anpassen“, erläutert Dr. Roland Kahn von Haase Energietechnik die besondere Herausforderung für den Anlagenhersteller. Anders als bei der Aufbereitung von Biogas zu Kraftstoff muss beispielsweise der Wobbe-Index durch Zugabe von Luft genau eingestellt werden. Eine Zumischung von Flüssiggas erfolgt jedoch nicht - dies wäre erst erforderlich, wenn die Stadtwerke Hannover H-Gas benötigten.

Der dritte Beteiligte: enercity Netz

Auch der Netzbetreiber muss mit der Einspeisung von Bio-Erdgas erst Erfahrungen sammeln. „Die Einspeiseleistung entspricht ungefähr 50 Prozent der Schwachlastabnahme in einer lauen Sommernacht“, berichtet Bernd Heimhuber. Der Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft sieht somit keine Probleme bei der Netzhydraulik. Doch da die Regeleinrichtungen im Erdgasnetz nur als Einbahnstraßen funktionieren, müsse man schon ein besonderes Auge auf das Verhältnis zwischen Biogaseinspeisung und Abnahmemenge haben. Eine Herausforderung für die Netzgesellschaft ist der kostengünstige Anschluss der Aufbereitungsanlage an das Versorgungsnetz der Stadtwerke Hannover. Da für die Verlegung der Transportleitung die Felder der Landwirte genutzt werden sollen, die an der BiRo beteiligt sind, erwartet er hier allerdings eine kostengünstige Realisierung.

Auch wenn das Bio-Erdgas faktisch im Netzabschnitt Ronnenberg verbraucht wird, werden es die Stadtwerke Hannover gezielt im gesamten Netzgebiet bilanziell vermarkten. Der Vertrieb hat hierfür bereits mit Kunden wie Wohnungsgenossenschaften Kontakt aufgenommen, damit diese in neuen BHKW das regenerative Erdgas einsetzen. Dieser Weg ist nach Einschätzung von Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover und BGW-Präsident, besonders sinnvoll: „Die bilanzielle Vermarktung ist zielführend.“

Im ersten Quartal 2008 soll in Ronnenberg erstmals aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz eingespeist werden. 300 m³ Bio-Erdgas pro Stunde sind das Ziel. Bei insgesamt 8.000 Betriebsstunden erzeugt die Biogasanlage somit 2,4 Millionen m³ Erdgas pro Jahr. Dies entspricht circa 0,3 Prozent der Abgabemenge im Netz der Stadtwerke Hannover. Auch wenn die Anlage in Ronnenberg somit nur einen kleinen Anteil an der Versorgung der Kunden haben wird, sehen die Stadtwerke Hannover sie als ein Zukunftsmodell. Denn die Aufteilung der Erzeugung des Biogases auf die Landwirte und die Aufbereitung und Einspeisung auf das Gasversorgungsunternehmen bringe für alle beteiligten Vorteile.

Dipl.-Ing. Jens Voshage

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